Wenn Du ein Bowiemesser kaufen möchtest oder bereits eines dieser faszinierenden Stücke besitzt, solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass Du auch die Vorschriften des Waffenrechts beachten musst. Anderenfalls könntest Du möglicherweise Schwierigkeiten bekommen, wenn man Dir einen Verstoß gegen das Waffengesetz anlastet.

Führen von Messern mit mehr als 12 Zentimetern Klingenlänge verboten

Das deutsche Waffengesetz enthält in Paragraph 42a eine Regelung, die das Führen von sogenannten Anscheinswaffen sowie von bestimmten tragbaren Gegenständen betrifft. Darin heißt es unter anderem auch, dass es verboten sei, sogenannte Einhandmesser, das heißt Messer mit einer einhändig feststellbaren Klinge, oder Messer mit einer feststehenden Klinge von mehr als 12 Zentimetern Länge zu führen. Da die feststehende Klinge eines Bowiemessers in den gängigsten Varianten wenigstens 15 Zentimeter, oft aber auch bis zu 30 Zentimeter lang ist, dürften auch alle Besitzer von Bowiemessern unter diese Regelung fallen und ihr gutes Stück zumindest in der Öffentlichkeit nicht offen mit sich herumtragen dürfen.

Welche Ausnahmen gibt es?

Allerdings sieht das Waffengesetz bestimmte Ausnahmen vor. So heißt es dort beispielsweise, dass das Verbot des Führens nicht für Fotoshootings, Film- oder Fernsehaufnahmen sowie Theateraufführungen gelte. Auch wenn Du Dein Bowiemesser in einem verschlossenen Behältnis mitführst, verstößt Du damit ebenso wenig gegen das Waffengesetz wie in den Fällen, in denen ein berechtigtes Interesse vorliegt. Ein solches berechtigtes Interesse wird beispielsweise dann angenommen, wenn Du das Bowiemesser im Zusammenhang mit der Ausübung Deines Berufes, im Rahmen der Brauchtumspflege, beim Sport oder zu einem anderen allgemein anerkannten Zweck mitführst.
Verbot erstreckt sich nicht auf den privaten Raum
Gänzlich unberührt von dem Verbot bleibt jeglicher Gebrauch Deines Bowiemessers im privaten Raum, also zum Beispiel in der Küche oder im Garten. Das schließt natürlich nicht aus, dass Du schadenersatzpflichtig werden oder sogar strafrechtlich belangt werden kannst, falls Du mit dem Messer in Deiner Wohnung oder auf Deinem Grundstück einer anderen Person einen gesundheitlichen oder materiellen Schaden zufügen solltest.

Pragmatische Abwägung ist sinnvoll

Insgesamt gesehen, solltest Du also im Umgang mit Deinem Bowiemesser durchaus vorsichtig sein und Dir der waffenrechtlichen Relevanz des Themas bewusst sein. Zugleich bestehen angesichts der teilweise recht schwammigen Formulierungen im Waffengesetz auch gewisse Interpretationsspielräume. Solange Du Dein Messer nur im privaten Bereich nutzt, bist Du in jedem Fall auf der sicheren Seite. Einige Fachleute vertreten allerdings auch die Ansicht, dass auch die Nutzung eines Bowiemessers im Freizeit- oder Outdoorbereich nicht zwangsläufig unter das Verbot falle, da der Betreffende sich dabei meist in der „wilden“ Natur aufhält, die wiederum nicht zur Öffentlichkeit gehöre. Im Einzelfall ist also eine sachliche und pragmatische Abwägung der Pro- und Contra-Argumente sinnvoll. So wird man beispielsweise die Nutzung eines nicht allzu großen Bowiemessers bei der Pilzsuche glaubwürdiger mit einem anerkannten Zweck rechtfertigen können als das ständige Tragen eines Bowiemessers am Gürtel im Alltag.